Brief von Georg Huß vom 04.01.2017 zu den Entwicklungen in Mulhouse

4.1.2017

Liebe M. und alle Menschen die uns Solidarität zeigen,

Danke für die Überweisung! Und was Ihr/Du noch so alles macht…
Heute kam ein Beamter und war ganz bemüht… nicht nur bei mir, komischerweise bekam heute sogar mein dominikanischer Freund seine Briefbeilage auf‘s „Konto“. Im Erdgeschoss werden die Wände abgrekratzt undgemalt, die „Höfe“ wurden vom Dreck befreit… Ich wurde heute zum Arzt geholt, wurde aber nur (mit einer alten, nicht geeichten Waage) gewogen. Blutdruck und Blutzucker wurden nicht kontrolliert und einen Arzt bekam ich auch nicht zu Gesicht… Der deutschsprachigen Arzthelferin musste ich das „Normale-Standard“ Vorgehen erklären. Auf die Erwiderung „das gibt‘s in Mulhouse nicht“, konnte ich mir die Frage nicht verkneifen, ob denn hier EU-FRA Standards und Gesetze nicht gelten, ob ich denn in Afrika oder der Türkei sei… Im Übrigen werden sich andere Stellen um Mulhouse (FRA) kümmern.
Irgendwie herrscht sinnloser Aktivismus und Nervosität, bis auf einige „Besuche“ niederrangiger Beamter werde ich in Ruhe gelassen.
Entschuldige, dass ich Dich/Euch in die FRA-Sache reinziehe… dürfte aber auch einen „kleinen Schub“ für die GG/A geben, Ihr bleibt nie unerwähnt – wie es in Österreich voran geht, und dass sich Oliver (der sich in Stein vom Hungerstreik „erholt“) über Soli-Post freut!
*
In einem Nebensatz hab ich die Gründung der GG/FRA „angekündigt“ und das Ganze zu einer Internationalen „gemacht“. *Sorry Sorry Sorry die wirkliche Arbeit wird wieder bei anderen hängen bleiben…
Was Draußen so in „meiner“ Sache los ist, erfahr ich nicht (kaum Post), aber einer im Hof meinte, dass die JVA Mulhouse Draußen Thema ist.
Das waren jetzt so die News! Ach die Waage zeigt 68kg an…
Viele Infos von Euch hab ich übrigens auch nicht, da lechze ich nach jeder Zeile!
Das Grundsatz-Programm würde ich mir gerne an die Wand hängen – besser noch an die Tür nageln! Hihihi Das würde hier sogar gehen, wir haben noch so richtige Holz-Kerkertüren, voll rustikal.
Falls die irgendetwas machen, das ich nicht will z.B. Verlegung, Psychiatrie, Hospital … werde ich meinen Protest verschärfen – mir schwebt [ein] „Sitzstreik“ vor. Und weil hier auch keiner zum Zahnarzt kommt, könnte [es] sein, dass ich mir „öffentlich“ einen Zahn reiße, mir schweben da schon Gelegenheiten vor… Aber das sind jetzt nur Gedankenspiele.
Da ich mir noch eine Marke auftreiben muss, kann der Brief noch dauern, also bis später.
Gründen werd ich aber Nix… Aber da werden sich wohl FranzösInnen finden, die diese „Idee“ aufgreifen. Potential wäre bei dem großen Land, den miserablen Knästen und der PR ja da (mal sehen wie publik das hier wird).

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